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Von wegen Gesund - Tipps und Tricks

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Ist rohes Gemüse tatsächlich besser? Und helfen Light-Produkte beim Abnehmen? Ernährungswissenschaftlerin Kahrin Burger räumt mit zehn grössten Mythen rund ums Essen auf.

Essen nährt, kittet Beziehungen, macht uns froh oder auch fett: Essen ist mehr als die Summe seiner Inhaltstoffe. Entsprechend schwierig ist es, wissenschaftlich festzustellen, was gesund ist und was nicht. Mit zehn Mythen hat Ernährungswissenschaftlerin Kathrin Burger nun im Bild der Wissenschaft aufgeräumt.

Möglichst viel Obst
Zwar leiden Grünkost-Fans tatsächlich seltener unter Herzerkrankungen. Allerdings macht einigen Menschen eine obstreiche Ernährung auch zu schaffen – sie vertragen Fruchtzucker schlecht. Aber auch der Darm von Gesunden erträgt nicht endlos viel Fruchtzucker. Mögliche Folgen: Blähungen, Krämpfe und depressive Verstimmungen. Wenig Fruchtzucker haben Melonen, Banenen und Orangen; viel Trauben, Kirschen und Dörrobst.

Rohes Gemüse ist besser
Durchs Kochen gehen zwar einige Vitamine verloren – dafür werden andere Nährstoffe durchs Erhitzen erst nutzbar. So liefern gekochte Tomaten, Kartoffeln, Zucchini und Brokkoli mehr antioxidative Stoffe, als rohe. Diese beugen Krankheiten vor und lassen den Menschen langsamer alt werden. Das Beste: Gemüse abwechselnd roh und gekocht essen.

Der Darm muss entschlackt werden
«Viele Menschen glauben, der Darm sei ein Güllenfass, das man reinigen muss», spottet Florian Lippl von der LM Universität München über Entschlackungskuren: «Dabei finden sich im Darm keine Ablagerungen, ausser bei krankhaften Veränderungen der Darmwand.» Algen, Kräutertabletten, Fastenkuren und Darmspülungen: «Unnötig», sagt Lippl.

Viele Menschen sind übersäuert
Der Säure-Basen-Haushalt der meisten Menschen funktioniert sehr gut. Eine schwere Übersäuerung ist lebensbedrohlich. Sie ist aber meist die Folge einer Erkrankung wie Niereninsuffizienz oder Diabetes und nicht der Ernährung.

Gesund Essen schützt vor Krebs
In den 1990er-Jahren nahm man an, das 50 Prozent des Krebsrisikos vom Speiseplan abhängt. Heute weiss man: Es gibt zwar einen Zusammenhang, aber der ist nie so stark. Nur bestimmte Krebsarten lassen sich beeinflussen. So erhöht der Verzehr von viel rotem Fleisch und geräucherter Wurst das Risiko für Dickdarm-Tumore.

Wenig Fett macht schlank und ist gut fürs Herz
Für eine Studie spiesen 50´000 Frauen fettarm. Ergebnis: Kein Gewichtsverlust und kein tieferer Cholesterinspiegel. Bei Kindern, die fettarm ernährte wurden, erhöhte sich ihr Zuckerkonsum und damit das Risiko einer Herzerkrankung.

Light-Produkte helfen beim Abnehmen
Bei zuckerreduzierten Lebensmitteln kommen meist künstliche Süssstoffe zum Einsatz, die den Appetit anregen können. Light-Produkte verführen ausserdem dazu, mehr vom ihnen zu essen.

Salz lässt den Blutdruck steigen
Nur 10 bis 15 Prozent der Menschen sind «salzsensitiv» – ihr Blutdruck steigt bei salzhaltiger Ernährung an. Nicht-Salzsensitive scheiden das Zuviel einfach aus. Für Bluthochdruckpatienten, die auf Salz reagieren, würde sich salzarme Kost allerdings lohnen.

Eier erhöhen den Cholesterinspiegel
Das Frühstücksei ist nicht schuld am hohen Cholesterinspiegel im Blut. Cholesterin bildet der Körper zum Grossteil selbst. Eier haben da nur einen minimalen Effekt.

Zwei Liter Wasser pro Tag
1,5 Liter Flüssigkeit reichen pro Tag. Wer mehr trinkt, hat keine gesundheitlichen Vorteile. Auch wenn es immer wieder heisst, viel trinken verhindere etwa Harnwegsinfektionen, Bluthochdruck oder Thrombosen.

eingetragen von: Marc

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