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So trennen Sie sich mit Stil - Tipps und Tricks
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Allein zu leben, ist billiger, lustiger und obendrein gesünder als in einer Partnerschaft: Lesen Sie fünf Tipps, wie Sie mit Anstand und Haltung endlich Single werden.
Über die Kunst des Datings wissen wir einiges, bis hin zur Zeit, die man nach dem ersten Date verstreichen lassen darf. Was wissen wir über die Trennung? Wir wissen, wie bei VIP-Trennungen die Millionen fliegen. Wir kennen die Scheidungsraten und darin die steigende Zahl derjenigen, die selbst nach langjähriger Ehe aussteigen.
Ausserdem? Single sein ist der erstrebenswerte Zustand – denn dann muss man sich endlich nicht mehr trennen. So viel zumindest hat das Autoren-Duo Robert Macia und Julien Péluchon in einem eben auf Deutsch erschienen Bändchen «Endlich Single!» vorgelegt. (Lesen Sie auch: «Unmoralische Angebote – die neue Datingkultur»)
Macia, Single und Vater von drei Kindern, sagte kürzlich in der «Zeit», er pflege zu den Müttern seiner Kinder «ein sehr gutes Verhältnis». Und: «Das Ziel ist, sich nicht mehr trennen zu müssen. Man sollte eine vernünftige, erwachsene Form des Zusammenseins finden und möglichst Konflikte vermeiden. Das beste Mittel ist meiner Meinung nach, nicht ständig zusammenzuleben.»
Modelle, Entwürfe, Ideen, wie vielversprechend! Der Band will Trennungswilligen beistehen, dabei insgeheim möglicherweise Beziehungen fördern, und das noch mit Humor.
Lieber Bier als eine Waschmaschine
Das Leben als Single, so wird buchstäblich vorgerechnet, ist billiger (etwa: wie viele Sixpacks Bier bekommt man für den Preis einer Waschmaschine?). Und es ist insgesamt lustiger und freiheitskonformer («Die Paarbeziehung ist eine Aberration, welche nur innerhalb der menschlichen Spezies auftritt. Obwohl schon viele Milliarden Individuen ihr Scheitern demonstriert haben, hat sie die Jahrhunderte überdauert»).
Unter den Gründen, auf eine Beziehung zu verzichten, findet man: Der Lebensraum wird eingeschränkt, Libido und gute Laune leiden, der Cholesterinspiegel steigt (wegen der gesellschaftlichen Dinner-Verpflichtungen), das Gehör lässt nach (unter den permanenten Haushaltsanweisungen), die Jagdinstinkte verkümmern (er surft nur noch heimlich durch die Porno-Seiten; sie lächelt keinen fremden Mann mehr an). (Lesen Sie auch: «Die Pornografinnen»)
Frau langweilt Mann, Mann macht es sich bequem, das bekannte Muster, die Autorschaft spielt auf der ironischen Note, so geht das weiter, und bis man schmökenderweise bei den Trennungstipps angelangt ist, hat man möglicherweise schon mehr als genug, interessante Ankündigungen hin oder her.
Trennungstipps gibt es ja auch andere. Die «Huffington Post» stellte gerade «The Beginner’s Guide to Breaking Up» vor. Da geht es darum, aus Trennungen zu lernen, sie mit Stil zu verkünden, dabei Wege zu finden, den Schmerz in Grenzen zu halten und «eine Tür offenzulassen für Freundschaft». Also das Unmögliche zu schaffen, und das geht so:
Trennungen sollten auf neutralem Terrain stattfinden. Irgendwo, wo man noch nie war und wohl auch nie mehr hingehen wird. Denn vielleicht ist es nicht besonders angenehm, im Café in Tränen auszubrechen, aber besser, als dass die heimische Szenerie die Tragödie endlos spiegelt.
Klischees helfen. Wie: «Es liegt nicht an dir, sondern an mir» etc. Trotzdem nichts sagen, was man nicht wirklich meint – gerade Worte der Trennung werden genaustens seziert.
Nett sein. Da man ohnehin gerade schlimmen Schmerz verursacht, sollte man nicht noch mehr verletzen, sondern nett sein, etwa Komplimente machen (wie: «Dir werden die Verehrer zu Füssen liegen»). (Lesen Sie auch: «So merken Sie, ob Sie ankommen».)
Aber ehrlich sein. Wenn es jemanden anderen gibt, sollte man es vielleicht nicht mit diesen Worten sagen, aber sagen. Es wird ohnehin ans Licht kommen.
Respekt zeigen. Der/die Verlassene hat ein Recht auf sechs Wochen Verlassenheitsverwahrlosung: Alkohol, Nikotin, nächtliche Anrufe an den/die Verflossene/n. Dann ist genug. Alkoholreste wegschütten, sich ans Fitness-Abo erinnern und überlegen: Wird der/die Ex ein Freund, ein Feind oder ein verblassender Name sein?
Das sind zwei neuere Beiträge zur Trennungskultur, die an einen anderen Befund erinnern. Vor gut einem Jahr hat die Anthropologin Helen Fisher in einer Studie erkannt, dass Liebe eine Sucht sein kann.
Trennung bedeutet: Entzug
Bei Studenten, die kürzlich verlassen worden waren, stellte sie fest, dass jene Bereiche des Gehirns, die beim Anblick der Verflossenen aktiviert wurden, dieselben waren, die unter anderem mit Suchtmitteln (Kokain, Nikotin) und physischem Schmerz in Verbindung gebracht werden. Dann wäre eine Trenung wie ein Entzug. Was Folgen hat: Fischer riet zum Beispiel, das Angebot auszuschlagen, «Freunde zu bleiben» – es wäre derselbe Unsinn wie mit dem Rauchen aufhören zu wollen und sich täglich eine Zigarette zu gönnen. Das Wissen um eine chemische Reaktion mag ein milder Trost sein im Chaos einer Trennung, aber immerhin ein neutraler Faktor.
Tagi.ch 8.11.2011
eingetragen von: Tom
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