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Fünf Elementen: Kochen mit den Fünf Elementen - Tipps und Tricks
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Ernährung: Kochen mit den Fünf Elementen
Kochen nach den Fünf Elementen ist die praktische Umsetzung der chinesischen Ernährungslehre für die westliche Küche. Immer mehr Menschen entdecken die Weisheit dieser Lehre und nutzen sie zur Stärkung von Geist und Körper.
Energie ist Leben. Und diese bezieht der Mensch aus der Nahrung. So haben in China weise Frauen und Männer bereits vor Jahrtausenden gewußt, dass Nahrungsmittel und Ernährungsgewohnheiten die Lebensqualität entscheidend beeinflussen: "Wenn wir unseren Körper vernachlässigen, wo sollen wir dann wohnen?" Aus dieser Kernfrage der über 3000 Jahre alten Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist im Verlauf vieler Jahrhunderte die "Fünf-Elemente-Ernährungslehre" entstanden. Sie sieht ihre Funktion vor allem darin, über eine ausgewogene und vollwertige Ernährung den Organismus so zu stärken, dass sich Krankheit erst gar nicht ausbreiten kann. Dabei geht sie von der Erkenntnis aus, dass alle Phänomene des Kosmos, also auch die Nahrungsmittel, auf den Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser basieren. Westliche TCM-Ärzte, Therapeuten und Ernährungsexperten haben dieses uralte Wissen auf die Lebensumstände in den Industrieländern angepasst und so die Umsetzung dieser ganzheitlichen Ernährungslehre mit heimischen Produkten ermöglicht.
Yin und Yang
Ein gesundes Yin zu haben bedeutet, Lebenssaft und Substanz zu besitzen. Auf der körperlichen Ebene sorgt es für die Fähigkeit, sich zu entspannen, für erholsamen Schlaf und für gute Nerven; auf der psychischen Ebene ist das Yin für Gelassenheit, Geduld und Zurückhaltung zuständig. Kräftige Knochen und Zähne, glänzende Augen und Haare, rosige Wangen und Lippen sind Zeichen einer starken Yin-Wurzel.
Ein gesundes Yang bedeutet, Lebenskraft und Energie zu haben. Auf der körperlichen Ebene ist es für Leistungsstärke, Dynamik, kraftvolle Verdauung und starke Abwehrkräfte verantwortlich. In Zusammenhang mit der Psyche steht ein starkes Yang für Konzentration, Elan und Willenskraft, kräftige Stimme, starke Ausstrahlung sowie Lebensfreude und den Mut, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen. Zum Yang gehören die beiden Faktoren Qi (Lebensenergie) und Wärme. Diese sorgen dafür, dass alle aktiven Prozesse, die unseren Organismus lebendig erhalten, ablaufen können. Von der Qualität unserer Yin- und Yang-Wurzeln hängt es ab, ob wir gesund, glücklich und erfolgreich sind. Langfristige Belastungen wie intellektuelle oder körperliche Überanstrengung, Stress, Frustration, Ärger und ungünstige Ernährungsgewohnheiten überfordern irgendwann den Organismus. Es kommt zu einem Mangel oder Überschuss von Yin oder Yang in den Organen - mit anfangs harmlosen Beschwerden - und schließlich zu ernsthaften Erkrankungen.
Nach Auffassung der chinesischen Ernährungslehre gibt es auch für alle unausgewogenen Zustände die richtigen Nahrungsmittel. Die Basis, um einen harmonischen Gesundheitszustand des Menschen zu erreichen, bildet die Einteilung der Lebensmittel entsprechend ihrer thermischen Wirkung auf den Körper.
Warm oder kalt - thermische Wirkung der Nahrung
Während bei uns vor allem auf Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente großer Wert gelegt wird, zählt für traditionelle Chinaköche hauptsächlich die thermische Wirkung der verschiedenen Lebensmittel. Bei der Zubereitung von Speisen achten sie deshalb stets darauf, wie die einzelnen Zutaten ihres Menüs auf den menschlichen Körper wirken: "heiß" (viel Yang), "warm" (Yang), "neutral", "erfrischend" (Yin) oder "kalt" (viel Yin). Hinsichtlich einer gesunden Ernährung bedeutet dies, dass Menschen mit einem Yang-Mangel (zu wenig Wärme, zu viel Kälte) vor allem heiße und warme sowie neutrale Lebensmittel konsumieren sollten. Menschen mit Yin-Mangel (zu viel Wärme, zu wenig Kälte) hingegen sollten Nahrungsmittel mit der thermischen Wirkung erfrischend und kalt sowie ebenfalls neutral essen.
Zu den "kalten Nahrungsmitteln"" gehören beispielsweise Tomate, Gurke, Banane, Ananas, Kiwi, Joghurt, Salz, grüner und schwarzer Tee, Mineralwasser - sie kühlen den Körper ab und schützen so vor übermäßiger Hitze (Yang-Fülle).
Zu den "erfrischenden Nahrungsmitteln" zählen die meisten Salatsorten, Putenfleisch, Sauerkraut, Champignons, Spinat, Spargel, heimische Früchte, Pfefferminztee, Dinkel, Weizen, Reis, Topfen - sie sind die Quelle für Körpersäfte und Blut (verhindern Yin-Mangel).
"Neutrale Nahrungsmittel" sind Karotten, Hülsenfrüchte, alle Kohlsorten, Kartoffeln, Nüsse, Kalb- und Rindfleisch, Eier, Butter, Milch, Weintrauben - sie bauen das Qi (Lebensenergie) auf und wirken ausgleichend auf alle Organe. Zu den "warmen Nahrungsmitteln" werden fast alle getrockneten Kräuter gezählt, ebenso die meisten Fischsorten, milde Gewürze, Hühnerfleisch, Zwiebeln, Marillen, Pfirsiche und Kirschen, Kaffee, Kakao, Buchweizen, Hafer, Kren, Senf, Mohn - sie führen dem Körper Wärme zu (verhindern Yang-Mangel) und steigern so die Aktivität. Die "heißen Nahrungsmittel" umfassen scharfe Gewürze, Fencheltee, Lammfleisch sowie gegrilltes Fleisch, hochprozentige Alkoholika - sie schützen den Körper vor Kälte (Yin-Fülle).
Mit Hilfe unterschiedlicher Kochtechniken und Zutaten kann die thermische Wirkung von Speisen verändert bzw. den individuellen Anforderungen angepasst werden: Durch Grillen, scharfes Anbraten, Rösten, Backen, Kochen mit Zugabe von Alkohol sowie Verwendung von scharfen Gewürzen wird ein Gericht (noch) wärmer, durch Blanchieren und die Verwendung erfrischender Zutaten wie Obst, Fruchtsäfte, Champignons, Algen und Sprossen wird eine Speise kühler.
Kochen nach den fünf Elementen
Schließlich werden Lebensmittel in der chinesischen Ernährungslehre auch noch nach den Fünf Elementen klassifiziert - Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Dabei wird angenommen, dass jeder Prozess und jedes menschliche Leben die Stadien dieser Fünf Elemente unweigerlich in der genannten Reihenfolge durchlaufen. Und genau dieses Muster wird auch beim Kochen verwendet, wenn größtmögliche Harmonie in unsere Mahlzeiten gebracht werden soll. Jedem der Elemente wird ein bestimmter Geschmack, eine spezielle Wirkung auf den Menschen zugeschrieben, es entspricht aber auch bestimmten Organen und bioklimatischen Faktoren, die diese Organe begünstigen oder schädigen können.
Holz:
Das Holzelement ist der Anfang, der Frühling, die Geburt und Kindheit. Schnelles Wachstum und Entwicklung sind seine Hauptmerkmale. Es steht für die Geschmacksrichtung sauer und für erfrischende Energie, es bewahrt die Säfte, zieht zusammen und festigt die Substanz. Die zugehörigen Organe sind Leber und Gallenblase, der bioklimatisch ungünstige Faktor ist der Wind. Die Nahrungsmittel dieses Elements sind u. a. Getreide (Dinkel und Weizen), Sprossen, frische Kräuter, Salat, grünes Gemüse, säuerliches Obst.
Feuer:
Das Feuerelement bedeutet Wärme und Licht. Es ist die Zeit des Sommers, des üppigen Wachstums, des Eintritts in die Pubertät und des Erwachens der Sexualität. Die zugehörigen Nahrungsmittel sind bitter im Geschmack, sie trocknen aus und leiten das Qi im Körper nach unten, d. h., sie helfen wesentlich mit beim Verdauungsprozess und wirken sich auch auf Übergewicht positiv aus. Die zugehörigen Organe sind Herz und Dünndarm, der bioklimatisch ungünstige Faktor ist die Hitze. Zu den Feuer-Nahrungsmitteln zählen u. a. Chicorée, Ruccola, Grapefruit, Getreide (Roggen, Hirse), aber auch Bitterliköre.
Erde:
Die Erde ist die Mitte von allem Lebendigen und allen Dingen. Zwar wird sie im Zyklus der fünf Elemente dem Spätsommer zugeordnet, im Grunde genommen zieht sie sich aber durchs ganze Jahr hindurch, indem sie die Jahreszeiten ineinander überleitet. Für den Menschen in seinen Entwicklungsstadien bedeutet die Erde die Lebensmitte, das Ernten von Erreichtem. Das Erdelement steht für die Geschmacksrichtung süß, für das Milde und Sättigende und macht somit den größten Teil der Nahrung aus. Es hat eine befeuchtende und säfteaufbauende Wirkung, verteilt die Flüssigkeiten im Organismus, bedingt die Elastizität von Gewebe und Muskulatur, baut das Qi auf. Zum Erdelement zählen die Organe Milz und Magen, deren Hauptaufgabe darin besteht, aus der Nahrung Energie zu gewinnen und dem Körper zur Verfügung zu stellen. Der bioklimatisch ungünstige Faktor ist die Feuchtigkeit, die emotionalen und geistigen Aspekte der Erde sind innere Stabilität, Konzentration, Fürsorgen für sich und andere, aber auch Grübeln und Sich-Sorgen-Machen.
Nahrungsmittel des Erdelements sind u. a. fast alle Getreide-, Fleisch- und Gemüsesorten, Eier, Fette und Nüsse. Sie haben eine positiv befeuchtende und säfteaufbauende Wirkung, negativ befeuchtend und damit verschleimend können sich hingegen Milchprodukte auswirken.
Metall:
Es ist die Zeit des Herbstes, der Ernte, aber auch des beginnenden Abschieds, der Trauer. Das Metallelement steht für den scharfen Geschmack, der sowohl bei Eindringen von äußerer Kälte als auch bei innerer Kälte hilfreich ist. Die Anwendung - in Maßen - von scharfem Gewürz oder Alkohol beim Kochen bringt die körpereigene Energie (Qi) in Bewegung und baut Wärme im Körper auf. Die dem Metall zugehörigen Organe sind die Lunge und der Dickdarm, der bioklimatisch ungünstige Faktor ist die Trockenheit. Zu den Metall-Nahrungsmitteln gehören u. a. Getränke wie Ingwertee oder Glühwein, warme Gewürze, diverse Gemüsesorten wie Kohlrabi, Rettich, Lauch, Zwiebel und Kren.
Wasser:
Das Wasserelement symbolisiert den Winter, im Leben eines Menschen das Alter und damit die Ruhe und Zurückgezogenheit, aber auch Weisheit sowie inneren Reichtum. Kennzeichnend ist der salzige Geschmack. Daher haben alle Lebensmittel, die "nach Meer riechen" (Meeresalgen, Fisch, Meeresfrüchte), eine herrlich aufweichende Wirkung. Ein übermäßiger Salzkonsum führt jedoch zu Verhärtungen, weil er den Körper austrocknet. Die zugehörigen Organe Niere und Blase sind besonders empfindlich gegen Kälte (bioklimatisch ungünstiger Faktor) und müssen daher in der kalten Jahreszeit durch erwärmende Nahrung geschützt werden. Nahrungsmittel des Wasserelements sind u. a. neben den erwähnten Meeresfrüchten auch Mineralwasser, Süßwasserfische, Hülsenfrüchte. Zubereitet eignen sich im Winter hervorragend Eintöpfe, Suppen, Aufläufe, Kompotte und gekochte Getreidegerichte.
"Diese theoretische Einteilung nach den Fünf Elementen wird im Alltag beim Kochen ganz einfach in die Praxis umgesetzt, indem man immer versucht, bei einer Mahlzeit sämtliche Geschmacksrichtungen zu berücksichtigen", erklärt die Schweizer TCM-Ernährungsberaterin Carmen Prandina.
Beim Kochen muss man sich daher nach der richtigen Abfolge der Elemente richten, dem sogenannten "Fütterungszyklus". "Das bedeutet, dass bei der Zubereitung von Mahlzeiten alle Zutaten, die vorher den jeweiligen Elementen zugeordnet wurden, immer in der Reihenfolge Holz-Feuer-Erde-Metall-Wasser beigefügt werden. Diese Reihenfolge ist identisch mit der Energieversorgung unserer Organe", so die 41-jährige Fünf-Elemente-Ernährungsexpertin. Auf diese Weise wird das Essen "rund" - es wird harmonisch und wohlschmeckend und stellt Körper und Geist gleichermaßen vollkommen zufrieden.
Qelle: Ernährung
eingetragen von: Corin
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